| Am Samstag, den 21. April, findet um
14.00 Uhr eine Buchlesung zum Roman „Der
Rummelplatz“ von Werner Bräunig im kleinen Saal des Kulturhauses
„Aktivist“ in Bad Schlema statt.
Ende der 50er Jahre galt der junge Autor als große Hoffnung
der DDR-Literatur. Sein Werk gilt heute als der berühmteste
ungedruckte Roman der Nachkriegszeit. Nach 40 Jahren wurde er erstmals
veröffentlicht und galt als Sensation der vergangenen Buchmesse
in Leipzig.
Die Romangeschichte spielt in der Wismut der frühen 50er Jahre.
Im gigantischen Abbaubetrieb treffen die vielfältigsten Charaktere
aufeinander. Bergleute und Ingenieure, „Russen“ und
Deutsche, vom Krieg entwurzelte Heimkehrer und Glücksritter
begegnen sich und finden im Unternehmen eine neue Heimat. Bräunig
beschreibt ein ungeschminktes Bild vom Nachkriegsdeutschland und
seine Schilderungen des Alltags im Uranbergbau gelten auch heute
noch als sehr realistisch. Dieser Realismus und die wahrheitsgetreue
Schilderung der Zustände in der Bergbauregion sollten schließlich
dazu führen, dass der Roman im Jahre 1965 auf dem 11. Plenum
der SED stark angegriffen und nicht veröffentlicht wurde. Von
diesem Verbot sollte er sich seelisch nicht mehr erholen. Er verstarb
mit 42 Jahren 1976 in Halle.
Heute kann festgestellt werden, dass in keinem anderen Roman die
frühen Jahre im Nachkriegsdeutschland, in der DDR und der BRD,
so ungeschönt und dabei doch so literarisch gelungen dargestellt
wurden.
Die Mitarbeiter des Museums Uranbergbau konnten Herrn Sebastian
Horn aus Erlangen und Herrn Gotthard Bretschneider für die
Gestaltung der Buchlesung im kleinen Saal des Kulturhauses „Aktivist“
gewinnen.
Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit, den Roman
zum Preis von 24,95 € zu erwerben.
Die Teilnahme an der Lesung ist kostenlos.
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